62. Lindauer Psychotherapiewochen 2012
Veranstalter: Vereinigung für psychotherapeutische Fort- und Weiterbildung e.V.
1. Tagungswoche: Alles Intuition - oder wie?
Sonntag, 15. April, bis Freitag, 20. April 2012
Intuition, eine uralte menschliche Fähigkeit: Intuitiv haben wir etwas blitzschnell erkannt, erspüren Zusammenhänge, ohne dass wir sie schon formulieren könnten, wissen, dass das jetzt der richtige Augenblick ist, um etwas zu tun oder zu lassen, entscheiden uns, ohne lange bewusst darüber nachzudenken, weil es einfach so richtig ist, sich richtig anfühlt - und plötzlich wissen wir auch, wie ein Problem zu lösen ist, und handeln auch danach. weiter lesen »»
2. Tagungswoche: Alles Burnout - oder was?
Sonntag, 22. April, bis Freitag, 27. April 2012
Die Klage über Burnout ist ein Zeichen unserer Zeit. Nur: was genau bedeutet es, dass so viele Menschen aus allen möglichen Berufen, auch viele TherapeutInnen, davon sprechen, arbeitsbedingt erschöpft zu sein? Beim psychodynamischen Kernkonzept ging es darum, dass leistungsorientierte Selbstwertstabilisierung, Idealismus und hohes Engagement nach frustrierenden Erfahrungen von Menschen in helfenden bzw. sozialen Berufen (klassisch: Lehrer, Ärzte, Krankenschwestern) in zynische Erschöpfung und emotionale Abstumpfung umschlagen. Daraus ist längst ein Passepartout für alle möglichen Klagen, keineswegs nur von Menschen in helfenden Berufen, geworden: über die moderne Arbeitswelt und ihre Folgen für den Einzelnen ebenso wie über sonstige Unzufriedenheiten mit der Welt (weniger: mit sich). Für viele Kliniken und TherapeutInnen wiederum ist Burnout-Behandlung inzwischen ein wirtschaftlich wichtiger Baustein ihres Angebots. Das Leitthema dieser Woche „Alles Burnout - oder was?“ soll zum Ausdruck bringen, dass wir uns diesem wichtigen Phänomen vielschichtig nähern, den Kern ernstnehmen und die Unschärfen und Auswüchse, die mit dem Begriff verknüpft sind, kritisch beleuchten wollen. Was sind die gesellschaftlichen Bedingungen vermehrten Burnout-Erlebens? Was verbirgt sich sozialpsychologisch und psychopathologisch hinter diesem Phänomen? Wo liegen die Risiken einer unkritischen Verwendung des Burnout-Begriffs? Was sind die besten Prophylaxe- und Behandlungsstrategien? Und, nicht zuletzt: wie gehen wir TherapeutInnen mit unseren eigenen mehr oder weniger zynisch erschöpften Anteilen um? Wir hoffen auf Ihr Interesse an diesen sehr aktuellen Fragen und sind zuversichtlich, dass Sie in den Vorträgen, Seminaren und Kursen zu diesem Leitthema viele Antworten für sich finden werden. Wir wünschen Ihnen aber auch, dass die Woche in Lindau für Sie persönlich etwas beitragen kann zu dem, was man heutzutage gerne „Burnout-Prophylaxe“ nennt - früher hätte man es vielleicht, schlichter und größer zugleich, als „gelingendes Leben“ bezeichnet.
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